Gedankengänge

Manchmal frage ich mich wirklich, welchen Sinn das Ganze hat. Ich lese die Texte, sehe die Bilder, lache, werde traurig, fühle mich verstanden, denke mir „was für Idioten“. Ich lese, höre Musik, denke nach. Über das Leben. Die Liebe. Die Zukunft. Über alles eben. Und dann die große Frage: Hat dass alles wirklich einen Sinn?

Das Buch spielt fernab der Realität. Die Musik erzählt von Liebe und Leiden, von Macht, Geld und Terror, von Alkohol, Sex und Drogen, vom Leben und vom Tod. Die Gedanken schweifen ab.

Was sie wohl gerade macht? Ob sie meine Nachricht schon gelesen hat? Wenn ja, warum schreibt sie nicht zurück?

Ach egal. Es gibt wichtigeres.

Oder?

Ich suche neue Ablenkung, neue Bücher, neue Musik, neue Bilder, neue Texte. Neuen Laptop, neues Handy, neuen Fernseher. Neue Freunde, neue Familie, ein neues Leben. Neues Mädchen. Denn die alten Sachen sind kaputt, abgenutzt, langweilig, verloren. Nicht mehr das was sie einmal waren. Und doch, sie wecken Erinnerungen. Schöne, schmerzhafte, langweilige, aufregende. Das volle Programm.

Und ich frage mich wieder: Macht das denn wirklich Sinn?

Ich lese weiter. Der Held findet seine große Liebe. Wenn es doch nur so wäre. Und ich denke an sie. Langsam könnte sie wirklich schreiben. Aber sie hat an einem Sonntag sicher besseres zu tun als den ganzen Tag vorm PC zu sitzen.

Tja, ich nicht. Oder doch?

Ich weiß nicht. Hab keine Lust irgendwas Sinnvolles zu machen.

Und doch…

Ich würd sie echt gern mal wieder sehen. Und sie mich scheinbar auch…

Aber wie wird das sein, sie wieder zu sehen? Ich mein was wird das für ein Gefühl sein? Liebe oder Freundschaft? Ich bin mir nicht sicher.

Und der Lautsprecher dröhnt: “Speechless and redundant, cause I love you is not enough, I’m lost for words. “ – Das wäre auch nicht das erste Mal.

Ich frage mich ob sie das hier liest… und ob sie weiß dass sie gemeint ist. Würde es etwas ändern? Ich weiß es nicht…

Verdammt! Sollte ich nicht lernen? Aber ich hab keine Lust. Da langweile ich mich lieber. Und lese. Und höre Musik. Und denke nach.

Sinn, wo bist du?

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Was kommt danach?

Das ist eine Frage, der wir uns in unserem Leben oft stellen müssen. Egal ob es um Ausbildung/Beruf, die Familie oder das Leben ganz allgemein geht, viel zu oft wissen wir keine Antwort darauf. Dabei muss es nicht einmal um dich selbst gehen:

Stell dir vor du hast drei Kinder, deine Frau ist schwanger und du bist der einzige mit Einkommen in der Familie. Nach einem (zum Glück nur leichten) verletzungsbedingten Schlaganfall wird festgestellt, dass du einen Kopftumor hast. Dieser ist zwar gutartig, würde aber, wenn er wächst, Seh- und Sprachprobleme, Schlaganfälle und Epilepsie hervorrufen. Eine Operation ist nicht nur nötig sondern auch möglich, aber die Dauer deines Krankenhausaufenthalts sowie dein Zustand nach der OP sind ungewiss. Sechs Wochen außer Gefecht ist das Minimum, Sprachprobleme sind möglich. Wie würdest du dich drei Wochen vor dieser Operation fühlen? Was wäre deine Antwort auf die Frage: „Was kommt danach?“? Ganz ehrlich: Ich (als Sohn eines Mannes in der beschriebenen Situation) wüsste es nicht.