Eine Trauerrede

Werte Trauergemeinde, liebe Trauerfamilie, Freunde und Verwandte:

Wir haben uns heute hier versammelt, um uns von unserem geliebten Freund, Lebenspartner und Vater, zu verabschieden: dem Niveau. Auch wenn sich viele in seiner Gegenwart unwohl fühlten und er oft sogar die Gesellschaft anderer verweigerte, so hat er doch unser aller Leben bereichert. In seinen jungen Jahren war er noch viel unterwegs, war gern unter Leuten und hat so auch bald seinen zukünftigen Lebenspartner kennengelernt: den Intellekt. Nach dem Studium, in dem er sich dann auch endgültig in den Intellekt verliebte, begann sich dies langsam zu ändern. Er verbrachte immer mehr Zeit mit dem Intellekt, und schlussendlich fassten sie dann den Entschluss, eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Diese Entscheidung machte ihn nicht gerade beliebt, denn Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften war und ist ja nicht allzu weit verbreitet.

Die Vermählung war dann für viele das letzte Mal, dass sie mit den beiden zu tun hatten, denn nach der Feier und den darauffolgenden Flitterwochen, in denen sie die ganze Welt bereisten, zogen sie sich in ihr gemütliches Häuschen zurück und empfingen nur noch ausgewählte Gäste. Diejenigen jedoch, die noch regelmäßigen Kontakt mit Niveau und Intellekt pflegten, und da stimmen Sie mir sicher zu, können bestätigen, dass sie trotz ihrer Zurückgezogenheit ein gutes Gespräch sehr zu schätzen wussten.

Trotz seiner schlimmen Krankheit hat das Niveau auch in den letzten Jahren nicht aufgegeben und versucht, noch so viel Zeit wie möglich mit den ihm treu gebliebenen Menschen zu verbringen, und ich als einer derjenigen darf sagen: es war, trotz Krankheit, eine schöne Zeit.

Dass er schlussendlich von uns gegangen ist, trifft uns – obwohl es absehbar war – doch schwer. Die guten Gespräche und Diskussionen mit ihm werden mir sicherlich genauso fehlen wie seine Lebensweisheiten, mit denen er mich immer wieder auf den richtigen Weg zurückgebracht hat, und damit bin ich sicher nicht allein.

Zu guter Letzt bleibt mir nur noch, seiner Familie mein aufrichtiges Beileid auszudrücken und ihr viel Kraft zu wünschen. Niveau, alter Freund, ich werde dich nicht vergessen, und du wirst in unseren Köpfen und Herzen weiterleben.

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Soziale Kompetenz

In den Schulen wird seit gar nicht so langer Zeit „Soziale Kompetenz“ in Form von regulärem Unterricht, verbindlichen und freiwilligen Workshops unterrichtet. So auch in meiner Klasse.

Ich persönlich finde solche Workshops sehr wichtig, und auch wenn in den regulären Unterrichtsstunden „nur“ diskutiert wird, ist es jedes Mal ziemlich lustig. Was mich allerdings stört, ist die Meinung von vielen Mitschülern, die diesen Unterricht und auch die Workshops für Zeitverschwendung halten.

Zum Beispiel heute (15.2.2011), wo bei einem dieser Workshops ganze 11 (!) Personen fehlten, aus Gründen wie „Kopfweh“ oder Tennisunterricht. Das wäre, abgesehen von dem persönlichem Nutzen, der sich daraus ziehen lässt und dem Nutzen für die Klassengemeinschaft, nicht weiter schlimm, wenn alle, die ein solches Angebot nicht interessiert, nach Hause gehen würden, aber so ist es (leider) nicht.

Denn nicht jeder hat den „Mut“ dazu, heim zu gehen, und so bleiben eine Hand voll Leute übrig, die nicht nur nicht teilnehmen, sondern auch denen, denen ein solcher Workshop als wichtig erscheint, ebenjenen durch unangemessenes und lautes Verhalten vermiesen. Mir selbst bleibt nur, mich auf die freiwilligen Workshops zu freuen, und auf die Einsicht von so manchem „Störenfried“ zu hoffen.