Eine Trauerrede

Werte Trauergemeinde, liebe Trauerfamilie, Freunde und Verwandte:

Wir haben uns heute hier versammelt, um uns von unserem geliebten Freund, Lebenspartner und Vater, zu verabschieden: dem Niveau. Auch wenn sich viele in seiner Gegenwart unwohl fühlten und er oft sogar die Gesellschaft anderer verweigerte, so hat er doch unser aller Leben bereichert. In seinen jungen Jahren war er noch viel unterwegs, war gern unter Leuten und hat so auch bald seinen zukünftigen Lebenspartner kennengelernt: den Intellekt. Nach dem Studium, in dem er sich dann auch endgültig in den Intellekt verliebte, begann sich dies langsam zu ändern. Er verbrachte immer mehr Zeit mit dem Intellekt, und schlussendlich fassten sie dann den Entschluss, eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Diese Entscheidung machte ihn nicht gerade beliebt, denn Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften war und ist ja nicht allzu weit verbreitet.

Die Vermählung war dann für viele das letzte Mal, dass sie mit den beiden zu tun hatten, denn nach der Feier und den darauffolgenden Flitterwochen, in denen sie die ganze Welt bereisten, zogen sie sich in ihr gemütliches Häuschen zurück und empfingen nur noch ausgewählte Gäste. Diejenigen jedoch, die noch regelmäßigen Kontakt mit Niveau und Intellekt pflegten, und da stimmen Sie mir sicher zu, können bestätigen, dass sie trotz ihrer Zurückgezogenheit ein gutes Gespräch sehr zu schätzen wussten.

Trotz seiner schlimmen Krankheit hat das Niveau auch in den letzten Jahren nicht aufgegeben und versucht, noch so viel Zeit wie möglich mit den ihm treu gebliebenen Menschen zu verbringen, und ich als einer derjenigen darf sagen: es war, trotz Krankheit, eine schöne Zeit.

Dass er schlussendlich von uns gegangen ist, trifft uns – obwohl es absehbar war – doch schwer. Die guten Gespräche und Diskussionen mit ihm werden mir sicherlich genauso fehlen wie seine Lebensweisheiten, mit denen er mich immer wieder auf den richtigen Weg zurückgebracht hat, und damit bin ich sicher nicht allein.

Zu guter Letzt bleibt mir nur noch, seiner Familie mein aufrichtiges Beileid auszudrücken und ihr viel Kraft zu wünschen. Niveau, alter Freund, ich werde dich nicht vergessen, und du wirst in unseren Köpfen und Herzen weiterleben.

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Und keiner denkt an die Soldaten

Immerzu hört man von Gräueltaten der Soldaten im Kongo, von Vergewaltigung, Brandschatzung und Zerstörung. Die Menschen im Land leiden, und die beinahe einzige Einnahmequelle des Landes, die Erzminen, sind der Grund dafür. Um die wertvollen Erze illegal über Zwischenhändler zu vertreiben, werden die Konflikte immer wieder angefacht und das Chaos aufrechterhalten.

Die Soldaten der Armee greifen auch nicht ein, sie kassieren entweder illegale Zölle für die Schmuggelware oder sind ohnehin selbst mit im Geschäft. Man könnte wirklich meinen, dass sie das größte Übel sind, denn sie hätten die Möglichkeit, dem ein Ende zu setzen.

Doch ist es nicht die Gesellschaft, die sie dazu zwingt, solche Dinge zu tun? Sind es nicht die unzähligen Möglichkeiten, etwas Schlechtes zu tun, die einem kaum eine andere Wahl lassen?

Hinzu kommt noch, dass, auch wenn Vergewaltigungen an der Tagesordnung stehen, das doch nicht das Wahre für die meisten Männer ist, also muss ab und zu ein leichtes Mädchen her, was nicht immer billig ist. Außerdem müssen die meisten der armen Soldaten auch noch für Frau und Kinder zu Hause sorgen, und eine Familie geht ins Geld.

Und wenn wirklich einmal jemand vergewaltigt wird, dann doch sicher nicht ohne Grund! Ich meine wer würde nicht gerne einer Frau die Gedärme zerfetzen, nachdem sie einem stundenlang die Ohren voll jammert?

Man muss doch noch lange keine internationalen Sanktionen wie eine Importsperre für Erze aus Kongo in Erwägung ziehen, nur weil irgendjemand die eine oder andere Menschenrechtsverletzung anprangert. Außerdem würde dadurch nicht nur den Händlern, sondern in weiterer Folge auch den armen Soldaten, ihren Familien und nicht zuletzt den leichten Mädchen die Lebensgrundlage entzogen werden, und das wäre ja mehr als unmenschlich.

Die vernünftigste Lösung, falls es denn überhaupt eine Lösung gibt, wäre, die USA in den Kongo einrücken zu lassen, damit sie den Schmugglern die Minen entziehen, die Sicherheit im Land wiederherstellen und den Bewohnern Entwicklungshilfe leisten können. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass die Republik Kongo zu den vier wichtigsten Öl- und Gaslieferanten Afrikas zählt, steht dem Ganzen eigentlich nichts mehr im Wege.

Arbeiten

Wenn man als Schüler im Sommer arbeiten will, um sich etwas Geld dazuzuverdienen, kommt dafür so einiges in Frage:  Vom Büro über das Gastgewerbe und den Bau bis hin zu fachspezifischen Tätigkeiten ist so einiges möglich. Wie zufrieden man damit ist hängt aber oft nicht nur von Tätigkeit und Bezahlung ab, sonder auch sehr vom Arbeitsumfeld. Denn ich für meinen Teil mache lieber einen langweiligen Bürojob, bei dem ich freundliche Kollegen habe und mich im Büro wohl fühle, als einen unglaublich Interessanten, bei dem ich wegen jedem noch so kleinen Fehler beschimpft werde. Doch man kann nicht immer alles haben, und ab und zu hat man eben Pech. Dann heißt es durchbeißen, die paar Wochen wird man überleben. Was ist aber, wenn einem das bei seiner festen Anstellung passiert? Denn Tätigkeit und Bezahlung sind normalerweise im Vorhinein klar, doch mit wem man zusammenarbeitet merkt man erst, wenn man angefangen hat. Und einfach kündigen ist für viele auch keine Option, denn meist ist Miete zu zahlen, eine Familie zu versorgen, ein Auto zu erhalten. Aber ist es das wert, dafür alles hinzunehmen? Gemobbt und schikaniert zu werden? Sich jeden Morgen erneut dazu zu zwingen, dort hin zu gehen?
Aber was bleibt einem anderes übrig? Ist es das Risiko wert zu kündigen?
Das muss jeder für sich entscheiden.

Gedankengänge

Manchmal frage ich mich wirklich, welchen Sinn das Ganze hat. Ich lese die Texte, sehe die Bilder, lache, werde traurig, fühle mich verstanden, denke mir „was für Idioten“. Ich lese, höre Musik, denke nach. Über das Leben. Die Liebe. Die Zukunft. Über alles eben. Und dann die große Frage: Hat dass alles wirklich einen Sinn?

Das Buch spielt fernab der Realität. Die Musik erzählt von Liebe und Leiden, von Macht, Geld und Terror, von Alkohol, Sex und Drogen, vom Leben und vom Tod. Die Gedanken schweifen ab.

Was sie wohl gerade macht? Ob sie meine Nachricht schon gelesen hat? Wenn ja, warum schreibt sie nicht zurück?

Ach egal. Es gibt wichtigeres.

Oder?

Ich suche neue Ablenkung, neue Bücher, neue Musik, neue Bilder, neue Texte. Neuen Laptop, neues Handy, neuen Fernseher. Neue Freunde, neue Familie, ein neues Leben. Neues Mädchen. Denn die alten Sachen sind kaputt, abgenutzt, langweilig, verloren. Nicht mehr das was sie einmal waren. Und doch, sie wecken Erinnerungen. Schöne, schmerzhafte, langweilige, aufregende. Das volle Programm.

Und ich frage mich wieder: Macht das denn wirklich Sinn?

Ich lese weiter. Der Held findet seine große Liebe. Wenn es doch nur so wäre. Und ich denke an sie. Langsam könnte sie wirklich schreiben. Aber sie hat an einem Sonntag sicher besseres zu tun als den ganzen Tag vorm PC zu sitzen.

Tja, ich nicht. Oder doch?

Ich weiß nicht. Hab keine Lust irgendwas Sinnvolles zu machen.

Und doch…

Ich würd sie echt gern mal wieder sehen. Und sie mich scheinbar auch…

Aber wie wird das sein, sie wieder zu sehen? Ich mein was wird das für ein Gefühl sein? Liebe oder Freundschaft? Ich bin mir nicht sicher.

Und der Lautsprecher dröhnt: “Speechless and redundant, cause I love you is not enough, I’m lost for words. “ – Das wäre auch nicht das erste Mal.

Ich frage mich ob sie das hier liest… und ob sie weiß dass sie gemeint ist. Würde es etwas ändern? Ich weiß es nicht…

Verdammt! Sollte ich nicht lernen? Aber ich hab keine Lust. Da langweile ich mich lieber. Und lese. Und höre Musik. Und denke nach.

Sinn, wo bist du?

Der Apple-Zwang 2.0

Seit geraumer Zeit bin auch ich ein Apple-User, und ich bin voll und ganz zufrieden mit meinem iPod touch. Das Tolle: man kann damit auch bloggen 😀
Damit habe auch ich mich dem Hype angeschlossen und bin jetzt offiziell Hipster. Oder so.
Nein im ernst, das Ding ist echt spitze:
Dünn, leicht und die Akkulaufzeit lässt keine Wünsche offen. Allein die Qualität der Kamera ist nicht das Gelbe vom Ei. Aber man kann schließlich nicht alles haben. Zumindest nicht mit meinem doch recht beschränktem Budget. Und weil schreiben mit einer on-screen Tastatur auch bei weitem nicht so schnell und bequem ist wie mit einer normalen, hör ich jetzt auf. Aber vielleicht leg ich mir irgendwann ein Apple Tastatur Dock zu. Aber im Moment ist es mir zu teuer.

Was kommt danach?

Das ist eine Frage, der wir uns in unserem Leben oft stellen müssen. Egal ob es um Ausbildung/Beruf, die Familie oder das Leben ganz allgemein geht, viel zu oft wissen wir keine Antwort darauf. Dabei muss es nicht einmal um dich selbst gehen:

Stell dir vor du hast drei Kinder, deine Frau ist schwanger und du bist der einzige mit Einkommen in der Familie. Nach einem (zum Glück nur leichten) verletzungsbedingten Schlaganfall wird festgestellt, dass du einen Kopftumor hast. Dieser ist zwar gutartig, würde aber, wenn er wächst, Seh- und Sprachprobleme, Schlaganfälle und Epilepsie hervorrufen. Eine Operation ist nicht nur nötig sondern auch möglich, aber die Dauer deines Krankenhausaufenthalts sowie dein Zustand nach der OP sind ungewiss. Sechs Wochen außer Gefecht ist das Minimum, Sprachprobleme sind möglich. Wie würdest du dich drei Wochen vor dieser Operation fühlen? Was wäre deine Antwort auf die Frage: „Was kommt danach?“? Ganz ehrlich: Ich (als Sohn eines Mannes in der beschriebenen Situation) wüsste es nicht.

Krankheiten

In den letzten Tagen hatte ich viel Kontakt mit Krankheiten: Einerseits durch meinen Opa, der an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung litt und jetzt zwar wieder zu Hause ist, aber (zumindest Teilweise) gepflegt werden muss. Andererseits durch meinen Vater, der wegen einer Kombination aus verletztes Blutgefäß im Hals(→ Schlaganfall Syndrome)  und einem gutartigen Tumor hinter dem Ohr, der allerdings, wenn das verletzte Blutgefäß wieder geheilt ist, besser durchblutet wird und wachst, und darum operiert werden muss. Mir ist vor allem aufgefallen, wie schwer es ohne einen wichtigen Menschen sein kann und wie viel von manchen Menschen abhängt. Für solche Menschen muss es besonders schlimm sein, krank zu sein, vor allem, wenn sie wissen, wie sehr sie gebraucht werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass der durch ebendieses Wissen entstehende Schmerz weit schlimmer als der der Krankheit ist, zumal er nicht (oder kaum) von diversen Schmerzmitteln gelindert werden kann. In solchen Situationen wird einem erst Bewusst, dass es einen jeden treffen kann, und zwar zu jeder Zeit, und dass man die einem gegebene Zeit nutzen sollte, wozu auch immer.

Anmerkung: Mitlerweile ist mein Vater wieder zu Hause und muss Blutverdünnende Medikamente nehmen. Der gutartige Tumor wird irgendwann später operiert. Ein hoch auf unsere Medizin!